Für Erdgas fährt er um die Welt
Dieser Mann ist schwer zu fassen: Rainer Zietlow verbrachte die letzen Jahre praktisch ständig „on the road“. Sein Ziel ist es zu zeigen, dass Erdgasfahrzeuge genauso leistungsfähig sind, wie konventionelle Benziner. Nachdem er bereits einmal die Welt mit seinem Erdgas-Caddy umrundet hatte waren nun die Panamericana und der eurasische Kontinent dran. Beide Strecken absolvierte sein Volkswagen mit Bravour. Insgesamt legte Rainer Zietlow mit seinem Kameramann Marius Biela in vier Monaten 80.000 Kilometer zurück. Die Fragen, die ihm ETM-Online-Redakteur Georg Weinand stellte, beantwortete er mal eben per E-Mail aus Johannesburg, wo er schon wieder für ein neues Projekt unterwegs war. Mehr zu seiner Tour durch Amerika finden Sie auf der Internetseite www.ecofuel-transamerica.com.
lastauto omnibus: Was wollten Sie mit Ihrer Langstreckenfahrt durch Asien und Amerika zeigen?
Zietlow: Erdgas ist in über 70 Ländern erhältlich, Argentinien hat über eine Million Fahrzeuge mit Erdgas angemeldet, Russland ist der größte Erdgas-Produzent der Welt und verfügt auch über ein Erdgastankstellennetz. Der neue Volkswagen Caddy Maxi EcoFuel hat schon ab Serie ein Reichweite von 600 Kilometer. Damit konnten wir in vielen Ländern von einer Erdgastankstelle zur anderen fahren ohne auf die neun Zusatztanks angewiesen zu sein. Erdgasfahrzeuge sind vergleichbar mit Benzinfahrzeugen und können genauso lange Strecken wie Benziner ohne Probleme fahren. Bisher ist der eurasische Kontinent und die Panamericana noch nicht komplett mit Erdgas befahren worden. Nach einer Weltumfahrung fehlten mir noch diese beiden längsten Strassen der Welt in meinem globalen Erdgasprojekt.
lastauto omnibus: Wie lange waren Sie unterwegs? Gab es kritische Situationen auf der Fahrt?
Zietlow: Die 20.000 Kilometer in Eurasien haben wir in einem Monat zurückgelegt. Zum Teil mussten wir 18 Stunden fahren, denn der russische Winter stand vor der Tür. Für die 60.000 Kilometer auf der Panamericana und den USA brauchten wir drei Monate. Richtig kritisch wurde es an der texanisch-mexikanischen Grenze,. als ein Drogenhund auf unsere Erdgastanks anschlug und wir in Handschellen erst mal abwarten mussten, ob uns nicht ein Mexikaner Drogen unter das Auto geschmuggelt hat. Doch nach dem Röntgen war alles okay. Doch die halbe Stunde in Handschellen werde ich so schnell nicht vergessen. Ansonsten lief die Touren nach Plan.
lastauto omnibus: Wie gestaltet sich der Alltag auf einer solchen Reise?
Zietlow: Der Alltag war vom Fahren und von Kamera- sowie Fotoaufnahmen bestimmt. Richtig Zeit uns etwas anzuschauen, hatten wir nicht. Aber das war auch nicht das Ziel der Touren. Geschlafen haben wir sehr häufig im Auto, da wir keine Zeit mit Hotels verschwenden wollten. Da die Vordersitze aber wegen den Zusatztanks im Laderaum nicht nach hinten geklappt werden können, habe wir immer im Sitzen geschlafen. Nach einer Zeit gewöhnt man sich dran. Gegessen haben wir wenn möglich im McDonalds, da es schnell und sauber zugeht. Die Sozialkontakte beschränkten sich auf die Gespräche im Auto, die nach ein Paar Wochen aber auch immer um die gleichen Themen kreisen. Deswegen ist eine hohe Sozialakzeptanz absolut notwenig, um solche Touren nur zu zweit zu machen. Der Kameramann hat zudem viel am Computer gearbeitet um die Fotos und Filme zu bearbeiten
lastauto omnibus: Wie sehen Sie die Chancen für Erdgasautos in der Zukunft?
Zietlow: Erdgas als Kraftstoff gibt es schon lange, in Italien zum Beispiel seit den 1930er Jahren. In Schweden wird Biogas aus Abfall und Kompost hergestellt. Was sicher auch eine Zukunft für Deutschland wäre, wo Biogas gepuscht wird. Mittlerweile gibt es fast 900 Tankstellen in Deutschland, aber so richtig hat es noch keinen Durchbruch gegeben, auch weil viele Kunden nicht wissen ob die steuerliche Unterstützung von Erdgas auch über das Jahr 2018 hinausgeht. Doch insbesondere Volkswagen hält die Erdgasflagge hoch und bringt neue Turbomotoren auf den Markt. Weltweit steigt die Anzahl der Erdgasfahrzeuge auch aus umweltpolitischen Gründen. Viele Länder besitzen eigenes Erdgas und exportieren Erdöl. Erdgas wird uns noch länger erhalten bleiben.
lastauto omnibus: Welches Projekt wollen Sie als nächstes in Angriff nehmen?
Zietlow: Nach vier Jahren Erdgas-Touren auf allen Kontinenten ist nicht mehr so viel Neues zu machen, daher werde ich mich mehr im Abenteuerbereich umschauen. Projekt gibt es noch genug und so lange diese Art von Touren noch Spaß machen werde ich dabei bleiben.











